Spielend programmieren lernen

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de:blog:2015:1005_gamecity

Title: Bericht: Gamecity 2015 Date: 2015-10-05 11:45 Modified: 2015-10-04 23:06 Googleadsense: True Tags: event, report, kursleben, game Slug: 20151005_gamecity Authors: Horst JENS Summary: Bericht über den gemeinsamen Infostand von spielend-programmieren und Free Software Foundation Europe (FSFE Vienna) auf der Gamecity 2015 im Wiener Rathaus und ein großes Lob an die Wiener Linien

Kurzlink: http://goo.gl/FhccoE

Gamecity 2015

Wie schon 2014 teilte ich mir (als Firma spielend-programmieren) auch heuer (2015) mit der Free Software Foundation FSFE-Vienna einen gemeinsamen Infostand auf der Spielemesse Gamecity 2015 im Wiener Rathaus.

GameCity Wien 2015

Lage

Die Gamecity 2015 fand vom Freitag bis Sonntag (2. bis 3. Oktober) statt und dauerte jeweils von 10 bis 19 Uhr. Mein Infotisch befand sich wie schon letztes Jahr beim Hintereingang des Rathauses, in der Schmidt-Halle, neben der von Subotron betreuten Retro-Gaming Area. Da heuer kein Zirkuszelt den Rathausplatz blockierte war der Haupteingang “vorne” beim Rathaus und die Schmidt-Halle etwas abseits vom Besucherstrom gelegen (der Hintereingang zum Rathaus war ab Samstag versperrt).

Gamecity Rathausplatz

Am Freitag vormittag besuchten Schulklassen mit Lehrern die Gamecity, an diesem Tag bekam ich sehr viele interessante Kontakte. Die großen Besuchermassen kamen ab Freitag Mittag und vor allem am Samstag. Lagebedingt gab es etwas weniger Kontakte mit Gamecitybesuchern als 2014, dafür hatten die Besucher welche sich interessiert zeigten mehr Zeit für Gespräche.

spielend-programmieren Schülerin

Unterstützer

Besonders gefreut habe ich mich über die Unterstützung derzeitiger und ehemaliger SchülerInnen meiner Programmierkurse: Lucy programmierte nach einem 30-Minuten Crashkurs ein Spiel in Renpy und verbesserte eine Impress-Präsentaion, Benjamin lernte, spielte und erklärte stundenlang die Feinheiten des freien Rogue-Like Spiels Dungeon Crawl, Daniel konfigurierte über 40 (free/libre/open-source) Spiele am Präsentationslaptop, Benjamin's Mutter verteilte meine Visitenkarten und versorgte mich mit Brezeln, und auch andere ehemalige und aktive Schüler schauten auf einen Plausch vorbei oder bewachten kurzfristig den Infotisch, um mir eine Pause zu ermöglichen.

spontane Messestand-Hilfe: Sohn entdeckt Dungeon Crawl, während seine Mutter meine Visitenkarten verteilt

Wie schon in den letzten Jahren war die FSFE - Vienna personalstark vertreten: Franz Gratzer, Gregor Horvath, Martin Gollowitzer sowie Daniel sorgten dafür dass kein Standbesucher ohne Informationsgespräch bzw. freie-Software-Hirnwäsche blieb.

Werbematerial

Python-Schlange und Tux

Nachgefragt wurden am Stand immer wieder Tux-Aufkleber (die wir leider nicht hatten) und Tux, meinen Plüsch-Pinguin hätte ich mehrmals verkaufen können, die Nachfrage war definitv da. Leider dürfen Aussteller auf der Gamecity nichts direkt verkaufen, zumindst soweit ich die Teilnahmebedingungen verstanden habe. Überhaupt fällt mir ein von Jahr zu Jahr größerer Bekannheitsgrad von Linux im allgemeinen und von Tux im Besonderen bei den GamecitybesucherInnen auf.

Die letzten Exemplare der "freie Spiele" Faltfolder von 2014 gaben wir nur sehr zögerlich raus: Der Nachfolgeprospekt befindet sich noch nicht in einem druckreifem Stadium und kommt wahrscheinlich erst in einigen Wochen heraus. Als Hingucker zauberte Franz ein A0-Poster aus dem bisherigen Material, welches sich auch gut als Bildschirmhintergrund macht. Immer wieder wanderten Gamecitybesucher in unseren Messestand hinein weil sie die am Plakat aufgelisteten free/libre/open-source-Spiele genauer studieren wollten.

free games brochure poster, v 0.1

Werbewirkung

Die Werbewirkung eines Infostandes auf der Gamecity ist für die FSFE wahrscheinlich nicht objektiv messbar; für mich als Anbieter von Programmierkursen ist die Gamecity Werbewirkung in Form von Kursanmeldungen messbar: Sie ist eher bescheiden. Nach einer Gamecity-Messe habe ich zwar subjektiv das Gefühl bald in Kursanmeldungen ertrinken zu werden aber objektiv steigt die Anzahl der Kursanmeldungen nach einer Messe nicht an. Sie sinkt auch nicht. Was spürbar steigt ist die eigene Markenbekanntheit: “Sie san eh jedes Jahr da, gell?” höre ich öfter, oder “Ich wollt Sie schon letztes Jahr kontaktieren wegen einem Kurs…”.

Ein angenehmer Nebeneffekt davon, langjährig am selben Ort zur selben Zeit auffindbar zu sein ist der dass mich viele Bekannte besuchen. Leute welche ich lange nicht gesehen habe und mit denen ich sonst nicht über meine Firma plaudere. Dies ist insbesoders interessant für mich da ich auch vom AMS finanzierbare Kurse für Erwachsene anbiete, was viele meiner Bekannten nicht wissen.

Ex-Nachbarn und neue Freunde

Dungenious Entwickler

Sehr gefreut hat mich der Besuch von einem ehemaligem Standnachbarn und Entwickler von Senoi: Er machte mich auf die Entwickler von Dungenious aufmerksam: “Du ich hab da einen (Aussteller) in der Indy-Zone gesehen der macht ur-leiwande Sachen, so Lernsoftware für Kinder, ich hab ihm erzählt dass du auch ur-leiwand bist und ihn nachher besuchen kommst”. Gesagt (bekommen), getan: Die anwesenden Noizoo Entwickler Zsolt Marx und Gottfried Eibner entpuppten sich wirklich als extrem sympathisch. Ein erstes Interview über ihr roguelike-mobile-lern-dungeoncrawl-Spiel “Dungenious” können Sie hier hören:

Mehr zum Thema Gamecity und Dungenious git es im Biertaucherpodcast 225 zu hören und hoffentlich demnächst im spielend-programmieren Blog zu lesen. Mir imponierte vor allem die Aussagen von Dungenious-Entwickler Gottfried: “Jeder den wir gefragt haben hat uns gesagt Lernspiele funktionieren nicht” und “Ich hab mir die Konkurrenz (Lernspiele) angeschaut: Lauter LERN-spiele mit toller Grafik. Wir wollen stattdessen ein Spiel machen mit Lerninhalten”. Als Gründer von spielend-programmieren unterstütze ich den Ansatz spielend-lernen natürlich vollkommen. Einziger Wermutstropfen: Dungenious ist zur Zeit (noch) ein closed-source Spiel.


Dungeonious Trailer

Kritik

An der Gamecity selbst habe ich nichts Wesentliches Auszusetzen. Bedingt durch das Konzept des freien Eintritts waren unter den 78.000 Besuchern auch einige wenige mit -höflich gesagt- ausbaufähigen social skills. Aufsteigend gereiht nach Nervigkeit fiel mir unangenehm auf:

  • Jugendliche mit desinteressiertem, totem Blick (zu viel Gamecity?)
  • Jugendliche mit einer Aufmerksamkeitsspanne unter 5 Sekunden: Ich: “Hier am Laptop gibt es 40 Spiele” Jugendlicher: “ok” (verschwindet)
  • Agressives Beschmusen und Aneignen meiner Plüschtier-Maskottchen (Python-Schlagne und Linux-Pinguin)
  • Besucher die folgende Eigenschaften kombinieren:
    • gerne-beim-Reden-Essen
    • klebriges-Getränk-halten-und-beim-Reden-heftig-gestikulieren
    • feuchte Aussprache
  • Besucher mit ausgeprägtem Hang zum sich-selbst-gerne-reden-hören

Cosplay

CosplayerInnen (die sich netterweise mit meinen Werbeplakaten fotografieren lassen) waren gefühlt seltener da als 2014, was aber auch daran gelegen haben kann dass nicht alle Cosplayer die Schmidt-Halle (interessant) fanden. Sehr nett: Dank MagWien-Hotspot hatte ich zumindest für einen Computer funktionierendes WLAN in akzeptabler Geschwindigkeit.

Cosplayerinnen

Nachspiel: Wiener Linien

Obwohl ich mir den Luxus gönnte schon etwas vor 19:00 heimzugehen war ich am Sonntag Abend, nach drei Tagen Messebetrieb, ordentlich müde. In der Straßenbahn Linie 31 ließ ich beim Aussteigen meine Laptop-Tasche mit 2 Laptops liegen, was ich erst vor der Haustüre bemerkte. Die Laptops sind mein Arbeitswerkzeug, ich brauche sie zum unterrichten, speziell für Termine außerhalb meines Büros. Den Verkaufswert (gebraucht) der Laptops schätze ich auf ca. 500€. Der Neukauf zweier halbwegs brauchbarer Laptops hätte mich mindestens 900€ gekostet, von der verlorenen Arbeitszeit ganz zu Schweigen. Zum Glück hatte ich Helfer in der Not, nämlich die wirklich sehr sehr netten Mitarbeiter der Wiener Verkehrsbetriebe:

Die freundliche Straßenbahnfahrerin der nachfolgenden Garnitur verständigte via Funk die Zentrale, welche in einem Rundruf an alle Fahrer der Linie 31 aufforderte bei der nächsten Haltestelle den Waggon nach einer schwarzen Laptoptasche zu durchsuchen. Ich fuhr derweil mit der Fahrerin mit und nach vier, mir endlos lange vorkommenden Stationen kam ein Funkspruch: Die Tasche wurde gefunden! Ich fuhr bis zur Endstation Stammersdorf wo der Fahrer mit der Tasche in der Hand auf mich wartete. Finderlohn lehnter er ab, seine Fahrgäste mussten wegen mir bis zum Eintreffen des nachfolgenden Zugs warten. Ich bin noch nie so erleichtert von Stammersdorf zum Gaussplatz gefahren und kann nur sagen: Danke, liebe Wiener Linien!

/var/www/horst/spielend-programmieren.at/data/pages/de/blog/2015/1005_gamecity.txt · Last modified: 2017/10/12 09:40 (external edit)