Spielend programmieren lernen

Programmierkurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

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de:blog:2015:0406_clt15

Title: Bericht: Chemnitzer Linuxtag 2015 Date: 2015-04-06 18:00 Modified: 2015-04-06 18:00 Googleadsense: True Tags: event, teaching, code, report Slug: 20150406_clt15 Authors: Horst JENS Summary: Bericht über den Chemnitzer Linuxtag 2015 mit zahlreichen Videointerviews von Projektaustellern

Chemnitzer Linuxtag 2015

Kurzlink: http://goo.gl/Y5UTQl

Bildrechte: Chemnitzer Linuxtag

Bildrechte: Chemnitzer Linuxtag 2015

Vom 21. bis zum 22. März 2015 fand der mittlerweile 17. Chemnitzer Linux Tag (Hashtag #CLT2015) statt. Wie schon die letzten Jahre war ich mit Kollegen vom Verein OSDomotics / IoT Vienna vor Ort, diesmal leider ohne Vereinsobmann Harald Pichler.

Am OSDomotics Messestand zeigten wir -wie schon in den letzten Jahren- ein Puppenhaus mit diversen 6LoWPan fähigen vernetzten Funksensoren (Feuchte, Tempeartur) sowie programmierbare LED-Lichterketten und Merkurboards, sowohl auf den Sensoren als auch auf Kleinstrechnern wie einem BananaPi. Das Puppenhaus und die viele Elektronik “zum angreifen” zogen ein gesprächsfreudiges Bastler-Publikum an.

Erstmals dabei war Michael Ebner mitsamt einem Koffer hochwertiger Aufnahmegeräte. Michael verbringt seine karge Freizeit oft damit, Linux-Vorträge im Raum Wien, z.B. im Metalab per Videokamera zu dokumentieren. Dieses Mal borgte ich ihn mir als Kameramann aus um ein paar Video-Interviews mit anderen Ausstellern zu machen.

Wie immer kam ich vor lauter tratschen mit den vielen Community-Projekten, welche durch Tische vertreten waren, gar nicht dazu mir Vorträge anzuhören. Wie jedes Jahr nehme ich mir vor, zumindest ein paar Vorträge im Nachhinein anzuschauen sobald sie auf Video verfügbar sind. Immerhin schaffte ich es in ca. 3 Vorträge hineinzuhorchen, unter anderem erfuhr ich dadurch von Sven Guckes Serviette-Projekt, ein transportabler Server der gewisse vom Internet gewohnte Dienste (IRC, Textpads) für Meetings lokal zur Verfügung stellt.

Schön war es, einige Leute von der Fosdem Konferenz in Brüssel wieder zu sehen. Sehr gefreut habe ich mich über die relativ zahlreich vertretenen Besucher aus der Steiermark, u.a. konnte ich mit Faltfoldern zum Thema freie Spiele für den Grazer Linuxtag (25. April 2015) aushelfen.

Interviews

Jugend hackt

https://youtu.be/nO5nDuzaojw

Die Jugendlichen vom bundesdeutschen Wettbewerb Jugend hackt waren unsere Standnachbarn und meine ersten Interviewpartner.

Teckids

https://youtu.be/OWjPngpXXlE

Der Verein Teckkids wurde von Schülern gegründet, welche u.a. mit Dominik George auf der Froscon programmieren lernten. Dominik war heuer in Chemnitz “nur” mit 2 Schülern vertreten, welche sehr souverän einen Kurz-Vortrag für ihren Verein zu Beginn meines Workshops hielten.

YaCy dezentrale Suchmaschine

https://youtu.be/fe4KhgTHtGQ

Sehr freundlich war Michael Christen der seine dezentrale Websuchmaschine YaCy geduldigst erklärte. Ich kam erst im Interview drauf dass er der Hauptentwickler dieses Projektes ist.

TeX

https://youtu.be/rTWxaiiKBqk

Das aufsehenerregenste Barthaar aller Community-Tische trugen zweifelsfrei die Herren vom TeX Infostand zur Schau. Ich bekam den guten Tipp die nächste Ausgabe meines RIS-Journals (für das ich nie Zeit finde) anstatt mit dem Textsatzsystem LaTeX mit dem für Zeitschriften besser geeigneten ConText zu layouten.

Distributed Proofreaders

https://youtu.be/ZtfGYbViM_8

Ein gutes Beispiel dafür dass die Prinzipien von freier Software (freie Inhalte teilen, gemeinsam arbeiten) auch außerhalb der IT-Welt anwendbar sind war der Infotisch vom Projekt Distributed Proofreaders. Es geht darum, gemeinsam bereits gescannte Bücher deren Urheberrecht abgelaufen ist im Internet Korrektur zu lesen und so Seite um Seite den Literaturschatz der Menschheit im Internet (in brauchbarer Form) zugänglich zu machen. Leider ist es mir noch nicht gelugnen Deutsch- oder Englisch-LehrerInnen auf dieses Projekt aufmerksam zu machen. Ich kann ir vorstellen dass die Motivation, Rechtschreib/Übersetzungs-Hausübungen zu machen bzw. zu korrigieren eine ganz anderere wäre nicht nur für die Schublade / für das Zeugnis gearbeitet würde sondern wenn man die manpower einer ganzen Schulklasse in solches Projekt einfließen lassen würde.

Eaglemode zoombares Interface

https://youtu.be/6rjFc85fsVc

Ein dreidimensionales, Zoombares Interface für Dateien wird z.B. schon in den Jurassic Park Roman beschrieben, Oliver Hamann vom Projekt EagleMode hat es verwirklicht für den LinuxDesktop. Laut seinen Angaben macht ein zoombares Desktop Interface wesentlich mehr Spaß als ein konventionelles, und es erleichtert ihm auch komplexe Verzeichnisbäume besser im Griff zu haben.

Wasserrakete

Mein Smartphone zeichnete das Video vom Start einer mit Wasserdruck betriebenen Rakete leider nur unvollständig auf. Mehrmals am Tag zeigten die Studenten einer Chemnizter Tech-Bastelgruppe Experimente die spontan Lust zum mitmachen weckten. Die Rakete flog rasend schnell über 10 Meter hoch mit dem lustigen Nebeneffekt dass die Bodencrew ordentlich nassgesprizt wurde:

Bildrechte: Chemnitzer Linuxtag

Start einer mit Wasserdruck betriebenen Rakete

Kinder Programmierworkshop

Am Sonntag nachmittag war ich erstmals offiziell Sprecher auf einem Chemnitzer Linuxtag, nämlich bei einem 3-stündigen Python-Programmier für Kinder. Michael schaute mit seiner Kamera am Anfang kurz zu, wodurch ich das seltsame Erlebnis habe mir im Nachhinein selbst beim Arbeiten zuschauen zu können.

https://youtu.be/_s3Gmk6hrVw

Im Wesentlichen versuchte ich, mit den Kindern ein einfaches Python / Easygui Adventurespiel auf den bereitgestellten RaspberryPi's zu programmieren. Auf allen Geräten war beretis das freie Spiel “Battle of Wesnoth” installiert, wodurch die TeilnehmerInnen gleich ein wenig über arbeiten mit der Kommandline lernen konnten: * Einen Symlink auf /usr/share/games/wesnoth/1.10/core anlegen * Bilder mittles “convert” (imagemagic) vom png Format ins gif Format konvertieren * mit Hilfe des easygui.buttonbox() Kommandos ein einfaches Spiel schreiben (“Du siehst einen Troll. Was willst du tun?”), wobei jede Spielszene eine Liste an vorgefertigten Antwortmöglichkeiten bot.

Geplant war mehrere solche Szenen aneinanderzureihen, was sich aber aufgrund der großen TeilnehmerInnenzahl und der knappen Zeit nur bei wenigen TeilnehmerInnen ausging. Auffallend für mich war dass ich wegen der großen Monitore keinen Blickkontakt zu den Kindern halten konnte - Ich sahr nur schwarze Monitorrückseiten. Außerdem musste ich “gegen” Minecraft anunterrichten, welches die Kinder auch auf den schwachen RaspberryPi Modellen der ersten Generation begeistert spielten, während sie mir zuhörten.

Insgesamt war der Workshop aus meiner Perspektive gut gelaufen. Alle Kinder schafften es zumindest die vorgegebene Spielszene “von der Tafel” nachzuprogrammieren bzw. zu verändern. Für mich war es sehr angenehm einmal eine große Gruppe ausschließlich auf Linux-Geräten unterrichten zu können.

/var/www/horst/spielend-programmieren.at/data/pages/de/blog/2015/0406_clt15.txt · Last modified: 2017/10/12 09:40 (external edit)