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de:blog:2014:1019_gamecitynachlese

Title: Bericht: Gamecity 2014 Date: 2014-10-21 09:00 Tags: event, report Googleadsense: True Slug: 20141019_gamecitynachlese Summary: Bericht über die drei Tage am spielend-programmieren / FSFE Messestand auf von der Gamecity 2014 im Wiener Rathaus

Gamecity 2014

Letztes Wochenende (7. bis 10. Okt. 2014) war ich täglich von 9:00 bis 19:00 beim Gemeinschaftsmessetand von spielend-programmieren und FSFE (Free Software Foundatoin Europe) auf der GameCity im Wiener Rathaus zu finden. Hier meine Eindrücke als Gamecity-Aussteller

Hinweis: eine Kurzfassung dieses Berichts können Sie sich im Biertaucherpodcast 177 anhören.

Gamecity 2014 Rathaus Rückseite

Gamecity Haupteingang auf der Rathaus-Rückseite. Mit 69.000 Besuchern die Gamecity die “siebtgrößte Stadt Österreichs”.
Bildrechte: cc-by-sa, spielend-programmieren.at

Gamecity Werbemittel

Gamecity Besucher wissen: spielend-programmieren Werbematerial bildet, ist interessant, stark nachgefragt, macht sexy, klingt gut, erfreut die ganze Familie und wächst auf Bäumen“.
Bildrechte: cc-by-sa, spielend-programmieren.at

Hintereingang

Die Schmidt-Halle (vis-a-vis der U2 Station Rathaus, bei der Landesgerichtstraße, eigentlich der Hintereingang des Rathauses) war dieses Mal der Haupteingang der Gamecity, da -zum Leidwesen einiger Aussteller- der Rathausplatz heuer vom Circus Roncalli belegt war. In der Schmidt-Halle hatte ich auch meinen Messestand, gegenüber den Retro-Videospiel-Tischen von Subotron. Die Schmidt-Halle hat zwei Eingänge zur Straße und zwei Ausgänge zum Innenhof des Rathauses. Mein Messestand war an der (wenn man von der Straße hineinkommt) rechten Seite, neben der Türe zum Innenhof. Da die beiden Hoftüren als Einbahnsystem angelegt waren musste theoretisch jeder Gamecitybesucher am spielend-programmieren / FSFE Messestand vorbeikommen. In der Praxis hat das nicht ganz 100%ig geklappt, einige meiner Kursteilnehmer berichteten mir sie hätten meinen Messestand schlicht nicht gesehen. Ich erkläre mir das weniger durch die Seiteneingänge ins Rathaus (diese waren für Gamecity-Besucher gesperrt) sondern dadurch dass sich manche Besucher gleich in der Schmidt-Halle zu den Subotoron-Videospiel-Tischen stellten und dann durch den eigentlichen Ausgang in den Innenhof gelangten bzw. sich schlicht nicht genug für meinen Messestand interessierten.

Location

Der Messestandplatz direkt neben der Tür hatte sowohl Vor- als auch Nachteile: Einerseits sah uns jeder der uns sehen wollte und sowohl alleine als auch zu zweit war es sehr effektiv möglich Prospekte zu verteilen. Andererseits war die Gamecity zweitweise wegen Überfüllung (69.000 Besucher) geschlossen und wenn die Tore geöffnet wurden stürmten dicht gepackte Menschenmassen hinein, ähnlich wie in einer U-Bahn zur Hauptverkehrszeit. Solch eine Situation ist wenig geeignet um Gespräche mit (potentiellen) Kunden anzufangen.

In den letzen 4 Jahren war mein Messestand fast immer in der Feststiege (vor dem Festsaal im 1. Stock) was vom Besucherstrom nicht ganz so günstig war (der Stand wurde oft nicht gefunden) aber wegen der weniger dicht gepackten Menschenmassen etwas günstiger für Gespräche war. Bis jetzt hatte ich auch immer ein oder zwei Computer aufgebaut um dort freie Spiele / Software zu zeigen. Heuer hatte ich Geld in einen Falt-Folder investiert (da die Standmiete erstmals auf ein in meinen Augen zufriedenstellendes Preis/Leistungsverhältnis gesunken war) und dank der (heuer erstmals offiziell angekündigten) Zusammenarbeit mit der FSFE waren durchgehend genug FSFE-Aktivisten vor Ort um sowohl Informationsgespräche am Stand anzubieten und gleichzeitig Prospekte zu verteilen. Dafür kam der mitgebrachte Computer heuer -hauptsächlich aus Platzgründen- fast nicht zum Einsatz.

Mehr Computer, aber weniger Informationsmaterial hatte ich (ebenfalls in der Schmidt-Halle) 2011 aufgebaut, was im Rückblick meine schwächste Gamecity war. Die Computer bzw. der Messestand waren zwar durchwegs von spielenden Kindern (und deren genervter Eltern) besetzt, aber ich bekam kaum Kundenkontakte.

Insgesamt hat sich die Nachbarschaft zu Subotron sehr bewährt, beide Themen (Retro-Gaming, freie Spiele) hatten ein nicht identisches, aber ähnliches Zielpublikum.

FSFE

Der von FSFE-Aktivist Franz Grazer layoutete Falt-Folder kam sehr gut an und deckte sowohl meine Themen (Programmierunterricht) als auch die Themen der FSFE (Vier Grundfreiheiten freier Software laut GPL/Stallman) sehr gut ab und präsentierte den Besuchern eine kleine Auswahl an freien Spielen die optisch gut aufbereitet und vorgestellt wurden.

FSFE-Aktivisten

Messestandarbeit: (im Uhrzeigersinn, links oben): Daniel beim posieren, Horst mit Besuchern beim Demonstrieren, Peter beim informieren, Gregor mit Sarah Kriesche beim Ö1 Interview, Franz mit Faltfoldern, Horst mit Cosplayerin, Daniel und Gregor beim erschöpft sein. Nicht im Bild: Klaus (hat meist fotografiert).
Bildrechte: cc-by-sa, spielend-programmieren.at

Da das ganze Wochenende fast immer vier Leute am Messestand waren war heuer eine meiner relaxiertesten Gamecitys überhaupt: So triviale Dinge wie einen Rundgang duch die Gamecity machen, Schokolade nachkaufen oder am Freitag kurz eine Demonstration gegen Netzsperren besuchen wurden dadurch problemlos möglich.

Da unterbemannte Messestische von Gamecitybesuchern gerne als (Müll)ablagefläche für plötzlich zu schwer gewordenes Werbematerial oder halbkonsumierte Fantadosen / Leberkäsesemmeln missbraucht werden war es gut dass immer mindestens einer von uns hinter dem Messetisch sass und einfach “nur” aufpasste.

Besucherströmungslehre

Der Messestand bestand aus zwei Tischen die paralell zum Besucherstrom neben einer Tür positioniert waren.

gamecity messestand

Der spielend-programmieren / FSFE Messestand: Die Besucher strömen von rechts am Tisch entlang nach links zur Rathaus-Innenhof-Türe befindet. Der Klappständer rechts wurde kurz nach der Aufnahme entfernt.
Bildrechte: cc-by-sa, spielend-programmieren.at

Aus Sicht eines Messestandbetreibers ist es nicht so wichtig wie viele Besucher an einem Stand vorbeiwandern sondern wie viele potentielle Kundenkontakte sich ergeben. Gut ist es wenn ein Standmitarbeiter einen Besucher in ein Gespräch verwickelt und sich die beiden angeregt unterhalten; weniger gut ist wenn dies an einem kleinen Messestand passiert und der Besucher sich (vom Besucherstom her gesehen) am Anfang des Messetisches positioniert. Dadurch sind nachfolgende Besucher gezwungen einen Bogen um das “Strömungshindernis” zu machen und finden nach diesem Bogen meist nicht zum Messestand zurück, da weitere Besucher von hinten nachschieben. Es ensteht eine Besucherfreie Lee Zone.

Besucherstrom gut

Theorie: Am Messtisch entlangströmende Gamecity-Besucher werden von FSFE-Mitarbeitern / Informationsmaterial gehirngewaschen erreicht.
Bildrechte: cc-by-sa, spielend-programmieren.at

Ein ähnlich ungünstiger Effekt entseht wenn sich ein Standmitarbeiter auf der Besucherseite des Tisches befindet und sich über den Tisch hinweg mit einem anderen Standmitarbeiter unterhält. Die anströmenden Besucher sehen die (Rück)Seite des Mitarbeites und sind gezwungen einen Bogen um ihn sowie um den Messestand herum zu machen.

Besucherstrom schlecht

Praxis: Tratschenden Mitarbeitern oder querulierenden / sonstigen redseligen Hindernissen ausweichende Besucher finden nicht zum Messetisch zurück sondern eilen zu Messetischen der Konkurrenz weiter.
Bildrechte: cc-by-sa, spielend-programmieren.at

Idealer ist ein (Prospekte verteilender) Mitarbeiter mitten im Besucherstrom oder auf der dem Messestand gegenüberliegenden Seite: Ihm ausweichende Besucher werden zum Messestand gedrängt.

Ebenfalls einen nicht allzu anziehenden Effekt auf Besucher haben erschöpfte Standmitarbeiter, die am Messestand geradeaus ins Leere starren und Nahrungsmittel konsumieren. Leider fiel mir das nicht bei mir selbst auf (ich war zu sehr mit essen und erschöpft sein beschäftigt) sondern erst als ich -Prospekte verteilend- solch eine Situation “von außen” beobachten konnte.

Schokolade

Obwohl insgesamt vier verschiedene Leute den Falt-Folder mindestens vier Mal auf Rechtschreibfehler hin durchsucht hatten wussten wir von einem Rechtschreibfehler den wir erst entdeckten als die Daten schon zur Druckerei gesendet wurden. Wie schon auf früheren Gamecitys beschloss ich aus der Not eine Tugend zu machen und plakatierte einen Griff in den wohlgefüllten Schokoladesack (siehe Bild) für jeden gefundenen Rechtschreibfehler. Das Interesse war vor allem bei jungen Besucherinnen sehr hoch, die geduldigst den Prospekt auf jedes verdächtige Wort hin durchsuchten. So erregten z.B. Fremdwörter (Hommage sollte Homepage heißen?) und Wortspiele (Bei-Spiele schreibt man ohne Bindestrich) den Argwohn des Publikums. Am Sonntag ging uns zu Mittag die Schokolade aus, bis dahin hatten findige Naschkatzen insgesamt 8 Rechtschreibfehler gefunden, Tendenz steigend.

Gamecity Besucherinnen suchen Rechtschreibfehler

Eifrige Korrekturleserinnen.
Bildrechte: cc-by-sa, spielend-programmieren.at

Ebenfalls in den Schokoladesack greifen durften Besucher/innen die sich mit einem spielend-programmieren Plakat vor dem FSFE-Banner fotografieren ließen. Von der Schokolade erfuhren die Fotografierwilligen erst im nachhinein, plaktiert hatte ich “Werde unbezahltes Fotomodel” was auch in Gesprächen ganz gut ankam: “Fotomodel? Naaa, ich weiß nicht. Unbezahlt? Nagut, dann schon.”. Die Fotos sind alle creative-commons cc-by-sa lizensiert und können in einem Flickr-Album bewundert werden (für FSFE-Fotos gibt es eine eigene Flickr-Gruppe).

Politik

Am Freitag verließ ich mittags kurz die Gamecity um an der Demonstration gegen Netzsperren teilzunehmen (siehe Bericht). Um das extra dafür angefertigte Plakat nicht ungenutzt zu lassen bot ich interessierten Gamecity-BesucherInnen an sich damit (ebenfalls unbezahlt) fotografieren zu lassen. Für einige junge BesucherInnen wahrscheinlich die erste öffentlich sichtbare politische Aktion ihres Lebens.

Netzsperren == Zensur

politisch-optische Betätigungsgelegenheit für Gamecity-BesucherInnen.
Bildrechte: cc-by-sa, spielend-programmieren.at

Gegen Datensicherheitsbedenken stand ein Anonymisierungs-Helm (Pappendeckel-Minecraft-Kopf) bereit. Um den Vorwurf einer Manipulation junger Menschen von mir weisen zu können fertigte ich insgeamt drei verschiedene Plakate an, wobei aber das “Netzsperren: finde ich gut” nur einmal gewählt wurde und das “Netzsperren: mir doch egal” nur 2 mal. Alle anderen BesucherInnen wollten sich ausschließlich mit dem “Netzsperren == Zensur” Plakat fotografieren lassen was meiner Meinung nach sehr für das politische Bewusstsein der GamecitybesucherInnen spricht. Netzsperren-Plakat-Fotos habe ich ebenfalls in einer eigenen Flickr-Gruppe gesammelt, ich hoffe jemand greift die Idee auf und macht daraus eine Social-Network-Kampagne, ähnlich denen von I AM BRADLEY MANNING oder https://www.facebook.com/bringbackourgirls.

Netzsperren == Zensur

Gamecity Besucher mit Sohn bei Spontandemonstration, verschmähte Transparente liegen am Tisch.
Bildrechte: cc-by-sa, spielend-programmieren.at

Cosplay

Heuer noch stärker vertreten als auf den vergangenen Gamecitys waren die CosplayerInnen: Mir sind sie schon deshalb sehr sympatisch weil sie sich ausnamelos geduldigst fotografieren lassen, außerdem geben sie der Gamecity einen leicht schrullig-sympathischen Touch. Die wenigen Cosplayerinnen die sich nicht sofort fotografieren lassen wollten (weil sie z.B. einen Fototermin hatten oder sich noch umziehen mussten) kamen teils später von selbst zum Messestand zurück “wegen den Fotos” oder ließen sich an verschiedenen Tagen in unterschiedlichen Kostümen ablichten.

gamecity2014_collage_cosplay5

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An dieser Stelle eine Gratulation an die Marketing-Abteilung von The evil within - Es gab es vor dem Haupteingang der Gamecity für BesucherInnen die Möglichkeit sich sich zum Zombie schminken zu lassen (inkl. blutroter Nagelattrappen im Kopf) und dafür mit weißem Resident-Evil T-Shirt auf der Gamecity herumzulaufen. Eine beispiellos fotogene Methode, Publikum in Werbeträger zu verwandeln.

verkleidete Gamecity Besucher

horrend gutes Marketing: The evil within
Bildrechte: cc-by-sa, spielend-programmieren.at

Wer weiss wo ich die Cosplayer-Fotos hinposten soll bitte mir schreiben: Auf Flickr habe ich nur eine leere Cosplay Austria Gruppe entdeckt.

Computerspiele

Von einer kurzen Spontan-Programmierstunde abgesehen blieb der mitgebrachte Computer am FSFE / spielend-programmieren Messestand meist unbenutzt, da diesmal der Falt-Folder im Vordergrund stand. Umso mehr interessierte mich bei meinem Gamecity-Rundgang am Sonntag was sich bei den anderen Messeständen tat. Den besten Einblick hatte ich lage-bedingt in das Treiben bei den Retro-Computerspielen vom Subotron-Stand: Die Videospiele, teils dreimal so alt wie die Spieler, hatten immer regen Zulauf. Zu meinem Erstaunen extrem populär: Ein Pong-Videospiel, eines der ältesten Videospiele überhaupt. Das eine derart simple Spielidee (schwarz-weiß-Grafik!) gerade bei jungen Besuchern so gut ankommt sollte der Game-Industrie insgesamt zu denken geben. Besonders stimmungsvoll war das beim Einlass der Besucher spielende Duett (Geige und Cello) welches die Mario-Titelmelodie spielte und der Gamecity einen feierlichen Rahmen gab.

Flugsimulator

Flugsimulator von Aerosoft
Bildrechte: cc-by-sa, spielend-programmieren.at

Abgesehen von einem Anbieter für Flugsimulatoren, der auf meinem alten Messestandplatz auf der Feststiege ausstellte fand ich die für mich interessantesten Aussteller im Festsaal im ersten Stock: Dieser gehörte diesmal nicht exklusiv den “großen” Firmen sondern gleichberechtigt der sogenannten Indie-Zone, einer Reihe von jungen Spieleentwicklerfirmen. Besonders freute mich ein Wiedersehen mit meinen Standnachbarn von 2013, den sehr sympatischen Jungs vom location-basierten Smartphone-Spiel Senoi. Trotz Dauerbelagerung ihres Messestandes fanden Sie Zeit mich zu besuchen und boten an, gegenseitig Prospekte auszutauschen. Außerdem schickten sie mir ihren Standnachbarn, Michael Olp von Blockadillo für ein Interview vorbei. Ebenfalls in der Indie Zone vertreten waren die Entwickler von Schein, über welche ich bereits 2013 berichtet habe.

Blockadillo Entwickler

Die Entwickler von Blockadillo, Michael Olp
Bildrechte: cc-by-sa, spielend-programmieren.at

Für nähere Bekanntschafften mit anderen Spieleentwicklern fehlte mir leider die Zeit, außerdem war der Festsaal recht laut. Einen kurzen Blick konnte ich im Vorraum der Frog-Konferenz auf den dortigen Büchertisch erhaschen. Ebefalls interessant war für mich die Kinderzone mit gut sortiertem Büchertisch vom Wien Xtra Medienzentrum, freundlichen Mitarbeiterinnen der Wien Xtra Spielebox und Plakaten der Initiative Medienbildung jetzt!.

Im Microsoft-Bereich wurde Minecraft auf der X-Box gezeigt, alledings nur auf einem einzigen Gerät. Die sonstigen Austellungstücke im ab16 Bereich (Assassins Creed, das neueste Far Cry) faszinierten mich weniger, vielleicht bin ich einfach zu alt. Analog zum Pong-Videospiel fiel mir auf, dass gerade Konsolenspiele (Tanz-Spiele, Musik-Spiele) extrem simple Spielkonzepte bieten, welche sich meines Erachtens nach nicht wesentlich von Klassikern wie Tetris unterschieden (Grafik und Eingabegeräte einmal ignorierend). Was mir im (kommerziellen) Spielebereich auf der Gamecity etwas gefehlt hat war die Repräsentation anspruchsvoll komplexer Spiele-genres, welche die Möglichkeit moderner Hardware ausnutzen: z.B. Rollenspiele, Space-Operas Strategiespiele. Bis auf die auf der Gamecity sehr präsente E-Sport Community, die u.a. Starcraft Tourniere zeigte, hatte ich das Gefühl, dass sowohl die Anzahl der vorgestellten Spielgenres als auch der einzelnen Spiele pro Genre etwas dünn war. Vielleicht habe ich mich einfach nur nicht intensiv genug mit den Ausstellern beschäftigt, aber mein Eindruck war folgender: Einige wenige Aussteller zeigten ihre aktuellste Hardware und Triple-A Titel her, einige (lokale) Indie-Spielehersteller waren präsent aber die breite Masse an (internationalen) Spieleherstellern fehlte.

Wirksamkeit

Von den 5.000 FSFE/spielend-programmieren Falt-Foldern hatten wir bis Sonntag Abend 4.000 Stück verteilt. Freitag und Samstag verteilten wir sehr zurückhaltend, nur an offensichtlich interessierte Besucher, ab Sonntag dann aufdringlicher. Bei 69.000 Besuchern und trotz unserer Lage direkt am Haupteingang bedeutet dies das nicht einmal jeder 17. Besucher einen Falt-Folder bekam (man muss dabei berücksichtigen dass nicht jeder einen wollte). Die Anzahl der Beratungsgespräche haben wir nicht mitgezählt. Von diesen 4.000 “Interessenten” haben eine Woche nach der Gamecity vier Personen ihr Interesse an einem Programmierkurs durch Besuch einer kostenlose Probestunde bezeugt. Ich habe eine Rücklaufquote von exakt einem Promille. Wie viele Besucher der Probestunde wirklich einen Programmierkurs buchen ist eine andere Frage, erfahrungsgemäß ~50%.

Von den 184 gesammelten Email-Adressen der unbezahlten Fotomodels waren 66 unzustellbar, Kommunikation bezüglich Gamecity-Fotos gab es mit http:%%//%%www.facebook.com/pages/Nana-Kuronoma/353921927968428?sk=info (via Facebook). Email-Adressen auf Papier aufschreiben zu lassen und danach wieder einzutippen ist anscheinend keine optimale Methode.

Wie viele der “Interessenten” sich in Zukunft verstärkt mit Themen der FSFE auseinandersetzten oder gar bei der FSFE mitarbeiten / sie unterstützen wollen ist noch schwierigier messbar. FSFE-Aktivist Daniel z.B. wurde letztes Jahr am spielend-programmieren/FSFE Messestand angeworben und ist seither regelmäßig aktiv bei FSFE.

Medientechnisch brachte mir die Gamecity ein Foto von mir im Bezirksjournal sowie FSFE-Aktivist Gregor die Gelegenheit zu einem Radio-Interview mit Sarah Kriesche (Ö1, digital Leben). Einige der zahlreich auftretenden Blogger und Hobbyfotografen interviewten uns ebenfalls am Messestand (worüber wir uns sehr freuten).

Am wertvollsten war für mich das Wiedersehen mit ehemaligen Kunden und mit Bekannten die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte. Viele Besucher sagten auch sie kennen mich von früheren Gamecitys. Wie bei jeder Werbemaßnahme gilt es über die Jahre hinweg kontinuierlich präsent zu sein.

Fazit

Die Gamecity sorgt jedes Jahr für ein buntes, lautes, freundliches und nervenaufreibendes Wochenende, auch wenn sie mir finanziell gesehen eher nichts bringt. Wenn mein Standpreis auf dem erfreulich Niveau von heuer bleibt und mich FSFE auch nächstes Jahr so tatkräftig unterstützt hoffe ich auf einen noch interessanteren, besseren Messestand 2015 mit mehr (verschiedenen) Infomaterialien und vor allem mehr Platz für freie PC-Spiele zum ausprobieren. Mir haben die Gamecity BesucherInnen auf jeden Fall viel Spaß gemacht:

Mein besonderer Dank gilt dem Organisationsteam der Gamecity um Tarek's Eventfirma MiceandMen herum welche alle meine Sonderwünsche am Freitag Früh in Rekordgeschwindigkeit erfüllten sowie den freiwillgen FSFE Aktivisten Daniel, Klaus, Gregor und Peter und Franz die mich tatkräftigst unterstützten, sowie all den freundlichen GamecitybesucherInnen die sich bereitwilligst fotografieren ließen und sich für den spielend-programmieren / FSFE Messestand interessierten.

Gamecity Besucher

Die Gamecity-BesucherInnen am spielend-programmieren/FSFE Messestand hatten sichtbar gute Laune
Bildrechte: cc-by-sa, spielend-programmieren.at

meine gebloggten bisherigen Gamecity-Erlebnisse inkl. Fotos und Videos finden Sie hier:

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